Die Bernsteinküste

Bernsteinstrand & rauhe Kliffs

Etwa 137 Kilometer misst die Küste des Kaliningrader Gebietes – von der polnisch-russischen Grenze auf der Frischen Nehrung (Baltijskaja Kosa) bis zur Kurischen Nehrung (Kurschskaja Kosa), deren nördliche Hälfte schon zu Litauen gehört. Zwischen den beiden Landzungen schiebt sich wie eine kantige Tafel die samländische Halbinsel in die Ostsee vor: 75 Kilometer lang, 30 Kilometer breit und von einer bis zu 60 Meter aufragenden Steilküste gesäumt, die zwischen dem Kap Taran (Brüsterort) und Swetlogorsk immer wieder von bewaldeten Schluchten durchbrochen ist – ein wildromantisches Stück Ostseeküste.

 

 

Berühmt ist das Samland (wohl vom pruzzisch-litauischen Wort szeme = Erde, Land) durch seinen Bernsteinreichtum: Nirgendwo sonst lagert das "Gold der Ostsee" in solchen Mengen wie hier, Geologen sprechen von 90 Prozent der Weltvorkommen. In Palmnicken, das heute Jantarnyj, "aus Bernstein" heißt, wird er sogar im weltweit einzigartigen Tagebau gefördert. Viele Kilometer ziehen sich schöne breite Sandstrände an der samländischen Küste hin, hinter Jantarnyj und östlich von Pionersk laufen die steilen Kliffs allmählich in sanfte Dünen aus.

 

Hier liegen zwei Orte, die seit über hundert Jahren zu den beliebtesten Seebädern der Ostsee gehören: Rauschen und Cranz. Daran hat sich nicht viel geändert, nur dass Swetlogorsk und Selenogradsk, wie die Städtchen heute heißen, ihre Rollen getauscht haben. Galt das kühle Rauschen in der Vorkriegszeit als Nummer zwei der Samlandküste, avancierte das heutige Swetlogorsk  zum populärsten und zweifellos auch schönsten Ort im ganzen Kaliningrader Gebiet. Unterdessen erwacht das einst so königlich-mondäne Seebad Cranz gerade erst aus dem Dornröschenschlaf. Von der Noblesse der vornehmen Vorkriegshotels blieb in Selenogradsk nicht viel erhalten. Doch noch immer rollt hier eine kräftige Brandung an den Strand, und eine einzigartige Küstenlandschaft beginnt quasi vor der Haustür: die legendäre Kurische Nehrung.