Gumbinnen / Gusew

Weselowka (Judschen)

Jasnaja Poljana (Trakehnen)

IN DER UMGEBUNG

Stadtmuseum

Pissa-Brücke

Salzburger Kirche

Neue Regierung

Friedrich-Gymnasium

Die rechte Spalte

Mal sehen, wie der Text in der rechten Spalte so läuft, wichtig sind mir hierbei harmonische Abstände und ein gut lesbarer Textfluss.

(Kopie 1)

Elch-Denkmal

Das "Potsdam des Ostens"

Vier breite Straßen, aus jeder Himmelsrichtung eine, laufen rechtwinklig auf den zentralen einstigen Friedrich-Wilhelm-Platz zu, dessen Bild ein palaisartiges Gebäude prägt: die Neue Regierung, 1911 nach Plänen Schinkels erbaut. Der stattliche Bau stammt aus einer Zeit, in der Gumbinnen Hauptstadt des "preußisch-littauischen Regierungsbezirks" war.

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Das heutige Gusew, benannt nach einem hier 1945 gefallenen Panzergeneral der Sowjetarmee, ist die viertgrößte Stadt des Kaliningrader Gebietes und ein geschäftiges, wirtschaftlich aufstrebendes Bezirkszentrum, in dem es noch viel vom alten Gumbinnen zu entdecken gibt. Zwar wurde ein großer Teil der Altstadt während des Krieges zerstört und in den 1950er bis 70er Jahren in der damals üblichen sowjetischen Weise bebaut. Doch inzwischen bemüht man sich in Gusew merklich um den Erhalt des historischen Erbes. Die 28 000-Einwohner-Stadt wirkt aufgeräumt und sauber wie wenige Provinzstädte des Kaliningrader Gebietes.

Was wohl nicht zuletzt an einem sehr tüchtigen Bürgermeister liegt: Der Mann erfreut sich bester Beziehungen zum Gouverneur und nach Moskau, was an der jährlichen Fördermittelverteilung unschwer zu erkennen ist...

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Der noch heute das Stadtzentrum prägende preußisch-geradlinige Straßenplan geht zurück auf Schultheiß von Unfried, den genialen Baumeister von Friedrich Wilhelm I. Preußens Soldatenkönig ließ den nach der Pestepidemie 1709-12 fast völlig entvölkerten Ort auf dem Reißbrett neu gestalten, der Grundriss brachte Gumbinnen den Beinamen „Potsdam des Ostens“ und 1724 auch das offizielle Stadtrecht ein.

Weil es an Arbeitskräften fehlt, durften sich auf Erlass des Königs Glaubensflüchtlinge aus halb Europa in Gumbinnen ansiedeln. Besonders zahlreich kamen protestantische „Exulanten“ aus Salzburg. Die „Salzburger Kirche“, heute Domizil der evangelisch-lutherischen Gemeinde Gusews, erinnert an dieses Kapitel preußisch-pragmatischer Stadtgeschichte.