Königsberg / Kaliningrad

Zwischen Kant und Kalinin

Kaliningrad, das alte Königsberg, ist politisch, wirtschaftlich und kulturell das unbestrittene Zentrum der westlichsten Region Russlands. Es gibt Kaliningrad, und es gibt das Gebiet. Fast der Hälfte der Bevölkerung der Ostsee-Exklave lebt mittlerweile in der Hauptstadt, 430 000 Menschen, Tendenz steigend. Überall in der Stadt wird gebaut, und auch wenn die Wirtschaftskrise den überhitzten Immobilienmarkt zusammenbrechen und eine riesige Spekulationsblase platzen ließ, zieht der Wohnungsbau bereits wieder an.


Vor allem die junge Generation zieht es in die Großstadt, die ihnen mit fünf Hochschulen, Theatern, Kinos und einem Dutzend Museen, modernen Shoppingcentern und einer wachsenden Restaurantszene Lebensqualität und nicht zuletzt die größte Chance auf gutbezahlte Jobs verspricht.

 

Besuchern aus dem Westen indes bereitet die Stadt ein Wechselbad der Gefühle. Kant und Kalinin, Norddeutsche Backsteingotik und sowjetische Plattenblocks: Kaliningrad ist ein Ort mit doppeltem Boden. Königsbergs historische, mosaikhafte Topografie ist vor allem im einstigen Zentrum großflächig unter Beton und autobahnbreiten Straßen verschwunden. Die Hauptachse bildet heute der Lenin-Prospekt, der zwischen Südbahnhof und Siegesplatz verläuft und dabei den Pregelfluss überquert. Eine zweite Schneise schlägt der unvermeidliche Moskauer Prospekt, in Ost-West-Richtung durch ein Betongebirge grottenhässlicher Wohnblocks führend.


Königsbergs historische Mitte: ausgelöscht. Was nicht im britischen Bombenhagel im August 1944 in Schutt und Asche versank oder bei der Erstürmung der Festungsstadt durch die Rote Armee im April 1945 verbrannte, ließen die sowjetischen Machthaber in den 1950er und 60er Jahren abreißen, sprengen, einebnen. Nichts sollte mehr an die Hauptstadt Ostpreußens erinnern, an das „Nest des preußischen Militarismus und Faschismus“. Das alte Königsberg gibt es nicht mehr – und doch ist es in Kaliningrad (wieder) allgegenwärtig. Durchaus auch architektonisch: In den Villenvierteln Amalienau und Maraunenhof, rings um den Siegesplatz, längs der alten Hufenallee zwischen Theater und Luisenkirche blieb viel historische Bausubstanz erhalten.

Vor allem aber ideell: Königsberg ist für viele Kaliningrader, vor allem die jüngeren, so etwas wie der Gute Geist der Stadt. Eine via Internet gut vernetzte Szene junger Historiker, Archäologen, Fotografen, Architekten und "Heimatforscher" arbeitet das Erbe Königsbergs auf, erstellt virtuelle Fotoarchive (www.museum-koenigsberg.ru), gibt wundervolle russische Königsberg-Bildbände heraus oder entwirft ganze Wiederaufbaupläne (www.altstadt.ru). Ginge es nach den jungen Bewohnern der Stadt, sie hieße längst wieder Königsberg. "Sagen Sie bitte nicht Kaliningrad, sagen Sie Königsberg", bittet der russische Architekt Artur Sanitz seine deutschen Besucher. "Kenig", heißt die Stadt im Volksmund...

 

Die letzten Jahre waren von einem robusten Bauboom geprägt. Allmählich rücken neben all den modernen, aber gesichtslosen Einkaufscentern und Appartementhäusern auch historische Königsberger Bauwerke ins Visier der (meist) Moskauer Großinvestoren, die die russische EU-Insel als Geldanlage entdeckt haben. Kaliningrad wird farbiger, lebendiger: eine Stadt im Umbruch.


Sich der Doppelbödigkeit dieses Ortes zu öffnen wird am besten gelingen, wenn man die bizarre, mitunter schockierend verstörende, aber auch amüsant-lebendige und in allem höchst geschichtsträchtige preußisch-sowjetisch-russische Mischung als Teil der Seele dieser einzigartigen Stadt begreift.


Stab der Baltischen Flotte

Hinter der prächtigen neoklassizistischen Fassade der 1918-24 erbauten einstigen Königsberger Oberpostdirektion residiert heute der Admiral der im Gebiet Kaliningrad stationierten Baltischen Flotte. Die Säulen sind hier übrigens original – und nicht etwa, wie am benachbarten Theater, erst in sowjetischer Zeit dazugebaut wurden. Vor dem Stabsgebäude steht seit 2002 ein Denkmal Peter des Großen. Die Baltische Flotte verehrt den Zaren als ihren Schutzpatron: Pjotr Welikij gilt als Gründer der russischen Marine. Stab Baltijskowo Flota, Prospekt Mira 6

Amalienau

Das schönste und bezauberndste Alt-Königsberger Villenviertel erstreckt sich südlich des Prospekt Mira (Hufenallee) beidseits der heutigen uliza Kutusowa (Körteallee). Nach dem Krieg wohnten hier die Oberen aus Partei und Armee, jetzt kaufen Unternehmen und Neureiche viele der prächtigen Anwesen auf.

Links und rechts der kutusowa lohnen sich ausgedehnte Spaziergänge. Besonders schöne Villen reihen sich entlang der von alten Linden gesäumten Straßen Borodinskaja, Nachimowa, Mariny Rasakowyj und Ogarjowa. In letzterer, der einstigen Ottokarstraße, existiert noch das Haus des berüchtigten ostpreußischen Gauleiters Erich Koch, es beherbergt heute eine Musikschule. Inmitten einer kleinen Grünanlage an der Kreuzung aleja Kaschtanowa / prospekt Pobedy steht ein interessantes Denkmal: Es ist dem deutsch-litauischen Dichter und Theologen Ludwig Rhesa (Ludvigas Rezas, 1776 – 1840) gewidmet und war ein Geschenk der Regierung Litauens zur 750-Jahrfeier Königsberg-Kaliningrads.

Technische Universität

Das repräsentative Ensemble preußischer Gründerzeitarchitektur umschließt ein großes Quartier an der Westseite des Siegesplatzes. Der Komplex entstand zwischen 1913 und 1930 im Zuge der Königsberger Stadterweiterung als Land- und Amtsgericht. Heute beherbergt er die zweite Hochschule Kaliningrads, die aus dem Fischereiforschungsinstitut hervorgegangene Technische Universität (KGTU, Kaliningradskij Gosudarstwennyj Technitscheskij Universitet, www.kgtu.ru)

In den Kellerräumen des Gerichts gibt es noch die früheren Hinrichtungsräume, in denen angeblich noch in den 1950-er Jahren auf der deutschen Guillotine Verurteilte getötet wurden.

 

Zwei kämpfende Wisente auf der Innenseite des Gebäudekomplexes, vor dem imposanten neobarocken Portal zu ewigem Kampf verdammt, kamen 1912 als Geschenk des preußischen Kulturministers nach Königsberg. Die Plastik stammt von August Gaul, dem bedeutendsten deutschen Tierplastiker des frühen 20. Jahrhunderts. In den 1950-er Jahren wurden die Wisente für kurze Zeit in den Kaliningrader Zoo verfachtet, kehrten aber bald auf ihren angestammten Platz zurück.

Südbahnhof

Mit seinem hohen, in Anlehnung an ordenszeitliche Architektur von acht Travertinpfeilern gegliederten Spitzbogenfenster sieht der Kaliningrader Südbahnhof (juschnyj woksal) immer noch so aus wie zur Eröffnung 1929. Auch das Innere des Bahnhofs ist fast so geblieben, wie es einst entstand: die Schalter, die Wartesäle, die sechs Bahnsteige unter dem markanten Glasdach.

Alle Fernzüge fahren hier ab: nach Moskau, Riga, Petersburg – und Berlin: Kaliningrad ist als einzige Stadt Russlands durch ein Gleis der europäischen Spurweite mit dem Westen verbunden. Der 2005 renovierte Kaliningrader Haupt-Bahnhof gilt als einer der saubersten Großstadtbahnhöfe in ganz Russland. In der repräsentativen Eingangshalle hängt unter einem großen Springbrunnen (!) ein Kronleuchter von der Decke, der selbst der Petersburger Eremitage alle Ehre machte.

Im Zuge der Sanierung brachte man auch das sowjetische Wappen wieder am Giebel an, es war in den frühen 1990er Jahren entfernt worden.

Und noch ein typischer Kontrastpunkt findet sich am Bahnhofsplatz: ein monumentales Denkmal für Michail Kalinin, unter Stalin formelles Staatsoberhaupt und Erfinder des GuLAG-Systems, daher bis heute als Staatsverbrecher geächtet. Nach ihm wurde Kaliningrad am 4. Juli 1946 umbenannt, nachdem die Pläne eigentlich schon feststanden, Königsberg in Baltijsk umzubenennen. Doch als Kaliningrad 1946 überraschend starb, verfügte Stalin persönlich die Änderung. Kalinin selbst hat die Stadt, die seinen Namen trug, weder besucht noch eine besondere Beziehung zu ihr.

Doch auch die heutigen Kaliningrader haben, von den Kommunisten und Kriegsveteranen abgesehen, kaum noch so etwas wie eine Beziehung zum Namenspatron ihrer Stadt. Das Denkmal steht verwaist, kaum ein Passant beachtet es.

Sternwartenbastei

Die wuchtige neogotische Bastion aus dem 19. Jahrhundert am heutigen Gwardejskij Prospekt wird immer noch militärisch genutzt und ist daher nicht zugängig. Der Name der Festung geht auf die nahe einstige Sternwarte des Astronomen Friedrich Wilhelm Bessel (1784 – 1846) zurück. Der Wissenschaftler kam 1810 nach Königsberg – auf Bitte Wilhelm von Humboldts. Zu Bessels Leistungen zählte die Berechnung der Erdoberfläche und der Schwankungen, die die Erdachse vollzieht. Ein schlichter Gedenkstein auf einer kleinen Anhöhe östlich der Bastei erinnert an den Astronomen. Die 1811 dort erbaute Königsberger Sternwarte, deren Anblick selbst Napoleon in Erstaunen versetzte („Ja, hat denn Preußens König noch die Zeit, an solche Sachen zu denken?“) steht nicht mehr.

Siegesplatz

Unbestritten der beliebteste Platz Kaliningrads und bestens geeignet als Treff- und Ausgangspunkt zu Stadtspaziergängen. Hier liegt alles nahe, was in Kaliningrad sehenswert ist: vom Theater bis zum Zentralmarkt. Auf dem Siegesplatz laufen die beiden größten Straßen zusammen: der Leninskij und der Sowjetskij Prospekt.

 

Historisch gesehen ist der Platz des Sieges Teil der Königsberger Stadterweiterung nach dem Ersten Weltkrieg. Er hieß anfangs Kaiser-Wilhelm Damm, dann Hansaplatz. Alle prägenden Bauten des Platzes entstanden in den 1920-Jahren. Auch der Charakter des Platzes entsprach einem neuen städtebaulichen Verständnis und war wesentlich offener und großzügiger angelegt als die winklige Altstadt: Vom Hansaplatz fuhren die bahnen zur Samlandküste ab, hier befand sich der Eingang der Ostsmesse. Zwischen 1933 und 1945 diente der Ort als „Adolf-Hitler-Platz“ dann vor allem großen nationalsozialistischen Propagandaaufmärschen.

Nach Kriegsende benannte die sowjetische Führung den Platz zunächst in Drei-Marschälle-Platz um (zu Ehren der an der Erstürmung Königsbergs beteiligten Marschälle Shukow, Wassilijewskij und Rokossowskij), erst 1952 wurde Platz des Sieges draus.

 

Mit seiner Neugestaltung 2005 avancierte Kaliningrads Zentrum von einer tristen asphaltierten Aufmarschfläche zum Wahrzeichen. Die Kaliningrader sind stolz auf ihren ploschtschadj pobedy, auf dem sich an warmen Sommertagen zwischen Blumenrabatten, historisierenden Straßenlaternen und viel poliertem Marmor die halbe Stadt zu verabreden scheint. Die Veredelung des Platzes war Moskaus Geburtstagsgeschenk zur 750-Jahrfeier Kaliningrad-Königsbergs. Eine bronzene Windrose erinnert daran.

 

Die (nachträglich geplante und 2006 aufgestellte) Siegessäule aus rotem Marmor unweit davon blieb hingegen umstritten – weil sie die architektonische Harmonie des Platzes stört, aber auch ihres Preises wegen: Umgerechnet mehr als sechs Millionen Euro Euro hat der 14 Meter hohe, dem Sieg über die Festung Königsberg gewidmete Obelisk bis heute gekostet. Ein Siegesengel, der eigentlich anstelle des provisorischen „Tannenzapfens“ schon längst in triumphierender Pose oben auf der Spitze stehen sollte, blieb nach Protesten bislang nur Entwurf.

Ein interessantes Detail zeigt das große Basrelief auf dem Sockel der Säule. Zu sehen ist hier Georg, der biblische Drachentöter. Er gilt in der russischen Tradition sowohl als Schutzheiliger der „Vaterlandsverteidiger“, also quasi der Militärangehörigen (Georgij Pobedonosjez, der „Träger des Sieges“) als auch als Schutzpatron Moskaus. Mit solchen Symbolen bringt die Hauptstadt neuerdings gern in Erinnerung in Kaliningrad, wer auch am westlichsten Rand des Landes der „Herr im Hause“ ist.

 

Nur einer fehlt im Bild des neuen Siegesplatz: Lenin. Das monumentale Denkmal des Revolutionsführers überlebte die Umgestaltung des Platzes nicht und wurde nach fast zweijähriger „Obdachlosigkeit“ erst auf massiven Druck der Kaliningrader Kommunisten und Kriegsveteranen am anderen Ende des Leninpropspekts nahe des Südbahnhofs wieder aufgestellt.

Dafür ragt am Platz des Sieges nun das Symbol wiedererweckter orthodoxer Religiosität mit fünf vergoldeten Kuppeln in den Kaliningrader Himmel: die 2006 geweihte, prachtvolle Christi-Erlöser-Kathedrale, bis dato der zweitgrößte Kirchenneubau Russlands. Mehr als 3000 Gläubige haben im Saal unter der 82 Meter hohen Hauptkuppel Platz. Das auffällige neoklassizistische Gebäude im Park hinter der Kathedrale ist die ebenfalls Neuerbaute Russisch-Orthodoxe Sonntagsschule.

Die kleine Russisch-Orthodoxe Holzkirche nebenan wurde 1997 nach der Grundsteinlegung für die Kathedrale gebaut. Sie steht der Tradition nach symbolisch auf Moskauer Erde.

 

Wo jetzt die Treppe zum Portal der Kathedrale hinaufführt, befand sich einst der Eingang zum acht Hektar großen Ausstellungsgelände der Königsberger Ostmesse (1920 bis 1941), das bis zum heutigen Zentralmarkt reichte.

Schlossteich

Der Schlossteich, heute etwas phantasielos Unterer Teich (Nischnij prud) genannt, entstand im Mittelalter zeitgleich mit Gründung des nahen Ordensburg als künstlich aufgestautes Fischzuchtgewässer in südlicher Fortsetzung des Oberteiches. An seinem nördlichen Ende, historisch dem so genannten Tragheim, arbeiteten einst die Wassermühlen der Ordensritter.

 Auf der begrünten Uferpromenade kann man einmal um das Gewässer herumspazieren, und das lohnt sich auch. Südöstlich des Teiches, neben der eigenwillig gestalteten „Weltzeituhr“ von 1980, erinnert ein Gedenkstein an E.T.A. Hoffmann, den dunklen Dichter der deutschen Romantik, der hier viele Jahre wohnte, das Haus steht wie die komplette historische Bebauung rings um den Schlossteich nicht mehr. Ein paar Meter weiter ragte früher die barocke Königsberger Burgkirche auf – etwa anstelle des TV-Senders „Jantar“. Am Ostufer des Teiches, wo die 1981 neu errichtete Universitätsbrücke unterhalb der Stadthalle in eine Treppe übergeht, steht ein umstrittenes Denkmal: das Memorial für Alexander Marinesko, den Kommandanten des sowjetischen U-Bootes S 13. Es wurde erst 2002 aufgestellt, nachdem Moskau ihn auf Antrag des Marinesko-Komitees posthum zum Helden erklärt hatte. Zu Marineskos „Heldentaten“ zählt die Versenkung des ostpreußischen Flüchtlingsschiffes „Wilhelm Gustloff“ am 30. Januar 1945, bei der 9000 Menschen starben.

 

Die gesamte Uferzone des Schlossteiches soll in den nächsten Jahren im Zuge eines großen städtebaulichen Revitalisierungsprojektes unter Anlehnung an die alte Königsberger Topografie neu bebaut werden. Unter anderem soll hier das neue Kaliningrader Musiktheater entstehen.

Oberteich

Der Oberteich (Werchnij prud) ist mit seiner Fläche von fast 400 Hektar eher schon ein kleiner See und als solcher, historisch gesehen, ein Werk der Ordensritter: Sie stauten einen in Richtung Pregel fließenden Bach an, um am Südufer, dem einstigen Tragheim auf dem Damm zwischen Ober- und Schlossteich, mehrere Wassermühlen anzutreiben.

Heute liegt der Oberteich wie eine Oase mitten in der Stadt und doch abseits der üblichen Touristenrouten. Eine der schönsten Stadtspazierwege Kaliningrads führt am Westufer entlang – auf der erst 2008 eröffneten Uferpromenade entlang der einstigen Herzog-Albrecht-Allee, heute ul. Telmana. Der Junost-Park und das sich nördlich anschließende Villenviertel Maraunenhof mit vielen Altkönigsberger und neurussischen Prachtanwesen laden zu einer ausgedehnten Runde ein.

 

Der Oberteich wird von zwei wuchtigen Türmen der Festungsanlage aus dem 19. Jahrhundert flankiert. In der Südwestecke ragt der 1853 erbaute "Wrangel" auf, am Ostufer der Dohnaturm, dem heutigen Bernsteinmuseum.

Nordbahnhof

Manche Besucher Kaliningrads halten den Nordbahnhof (Sewernyj woksal) am Platz des Sieges für ein Werk der Stalinära, so streng wirkt der Stil der so genannten Neuen Sachlichkeit, in dem Architekt Martin Stallmann die von einem Säulenrisalit geprägte Fassade 1928 entwarf. Zur Sowjetzeit Wohnheim für Seeleute, beherbergt das monumentale Gebäude nach aufwändiger Sanierung heute die Büros von Firmen, die sich so eine Lage am zentralen Platz der Stadt leisten können.

Die Züge in Richtung Samlandküste fahren hier immer noch ab, allerdings liegt der eigentliche (Nord)-Bahnhof heute im Hof. Fast drei Millionen Menschen nutzen die „Elektritschka“ von und nach Selenogradsk, Swetlogorsk und Pionersk jährlich.

 

Auf dem Weg weiter zum Südbahnhof unterquert der Zug den westlichen Teil des Siegesplatzes. Im Tunnel soll sich noch immer jener geheime Abzweig in das einstige Landgericht (heute Technische Universität) befinden, durch den einst unter anderem Gefangene in das Gefängnis des benachbarten Polizeipräsidiums gebracht wurden. pl. Pobedy 4

Kneiphof

Die 1324 erstmals erwähnte Pregelinsel Kneiphof (der Name stammt wahrscheinlich vom pruzzischen Wort knipaw für „aufgeschwemmter Sand“) war lange eine selbständige Stadt innerhalb Königbergs und später, nach der „Eingemeindung“ 1724, das am dichtesten bebaute Areal innerhalb des historischen Zentrums. Es gab 14 Straßen, enge mittelalterlich-winklige Gassen und drei Plätze, sogar eine Straßenbahn verkehrte hier. Auf dem Kneiphof lebten die Fernkaufleute und Händler, die sich fast zu allen Zeiten als Gegenpart zu den Herrschenden im Schloss gegenüber am anderen Pregelufer verstanden. Im alten Königsberg gab es dafür einen sinnigen Spruch: „Der Altstadt die Macht, dem Kneiphof die Pracht“. Die größten Bauwerke waren der Dom und in seinem Schatten die alte, 1544 gegründete Albertus-Universität.

 

Das alles ist heute kaum noch vorstellbar. Das reiche Kaufmannsviertel versank 1944 im Feuersturm britischer Bomben, die neuen sowjetischen Herrscher planierten die Ruinen (bis auf die des Doms) ein und legten stattdessen auf dem nun offiziell und nichtssagend „Zentralinsel“ genannten Kneiphof in den 1970er Jahren Grünflächen und einen Skulpturenpark an. Das veränderte den Charakter der Dominsel völlig – es wuchs eine grüne Oase mitten in der von Wohnblocks geprägten Innenstadt, die heute auch dank des wiederaufgebauten Doms so beliebt ist, dass viele Kaliningrader gegen Pläne protestierten, den Kneiphof in historisierender Form wiederentstehen zu lassen (www.altstadt.ru).

 

 

Was gibt es heute zu sehen auf der Dom- oder Kantinsel (ostrow kanta), wie sie nun genannt wird? Natürlich vor allem den Dom. Noch aus der Vorkriegszeit stammt ein Gedenkstein an seiner Südostecke: Er erinnert an den Königsberger Theologen und Freidenker Julius Rupp (1809 – 84), Begründer der ersten freievangelischen Gemeinde Ostpreußens. Seine Enkelin, die in Königsberg geborene Grafikerin Käthe Kollwitz, schuf das Basrelief auf dem Stein, das heutige ist allerdings eine Kopie. Auf dem Gedenkstein steht in Deutsch und Russisch ein Ausspruch Rupps: „Wer nach der Wahrheit, die er bekennt, nicht lebt, ist der gefährlichste Feind der Wahrheit selbst.“

 

Auf dem Kneiphof befindet sich auch das Grab des berühmtesten Sohns Königsbergs: Immanuel Kant. Der schlichte strenge Pfeilerbau mit seinen markanten Säulen aus Rochlitzer Porphyr an der Nordmauer des Doms wurde 1994 anlässlich des 200. Geburtstages des Philosophen errichtet. Ein paar Meter daneben blickt seit 2005 Herzog Albrecht von Brandenburg-Ansbach in fürstlicher Pose von seinem Sockel auf die Besucher herab. Das Denkmal des ersten weltlichen Herrschers nach der Säkularisierung des Ordensstaates Ostpreußen und Gründers der Königsberger Universität (die hier einst stand) war ein Geschenk der deutschen Stiftung Königsberg zur 750-Jahrfeiuer der Stadt.

Sehenswert ist aber auch der zu sowjetischer Zeit angelegte Skulpturenpark zwischen Dom und Hochbrücke. Man kann in der etwas vernachlässigten Grünanlage schön spazieren, die Insel ist schnell umrundet, und überall laden Bänke zum Verweilen ein. Vom Ufer der Dominsel legen im Sommer außerdem Ausflugsboote zu Rundfahren auf dem Pregel ab.

 

An den Geländern der alten Honigbrücke am Fischdorf-Viertel hängen Hunderte von Vorhängeschlössern, in die Namen graviert sind: Sie stammen von Kaliningrader Hochzeitspaaren, die (meist freitags und sonnabends, den traditionellen Heiratstagen in Russland) nach dem Standesamt zum Kantgrab fahren, um dort Blumen niederzulegen – und sich und ihren Lebensbund danach mit einem Schloss am Brückengeländer verewigen. Die Schlüssel? Liegen im Pregel…

Immanuel-Kant-Universität

Schlichter Nachbau der 1861 im Stil der Florentiner (Neo-)Renaissance erbauten, während des Krieges zerbombten Neuen Albertina (die Alte Albertina befand sich auf der Insel Kneiphof am Dom). Die filigrane historische Fassade ist heute freilich allenfalls zu ahnen. Das Kriegsende und der abrupte Bruch der Königsberger Stadtgeschichte unterbrach die lange Tradition der 1544 gegründeten Albertus-Universität zunächst, 1948 wurde hier ein Pädagogisches Institut eröffnet. Erst 1967 wuchs daraus die „Kaliningrader Staatliche Universität“, die nun seit 2005 den Namen Immanuel Kants trägt – und damit als erste Hochschule Russlands nach einem ausländischen Gelehrten heißt. Eine Tafel, anlässlich der 750-Jahrfeier der Stadt von Wladimir Putin und dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder enthüllt, erinnert an die Namensverleihung. Das Unigebäude bildet einen interessanten geschlossenen Innenhof, in dem einige vor der Zerstörung bewahrte Königsberger Skulpturen stehen, unter anderem ein Denkmal für Walter von der Vogelweide und eine Statue aus dem einstigen Dönhoff-Schloss Friedrichstein.

 

Insgesamt studieren an der Kaliningrader Kant-Universität (www.kantiana.ru) etwa 8000 Studenten in 13 Fakultäten. Der Hauptsitz befindet sich heute in der Alexander-Newskij-Straße. Das historische Gebäude der Neuen Albertina erreicht man am schnellsten vom Leninprospekt aus – unweit des Hotels „Kaliningrad“ (Richtung Siegesplatz) nach rechts.

 

Immanuel Kant höchstselbst blickt bereits seit 1992 wieder von seinem roten Marmorsockel vor der Uni zu den Studenten herüber. Das Bronzedenkmal ist die nahezu originalgetreue Replik einer in den Kriegswirren 1945 spurlos verschollenen Skulptur aus der Berliner Werkstatt des klassizistischen Bildhauer Christian Daniel Rauch. Dass es wieder an seinem (fast) alten Platz steht, verdankt Kaliningrad der Hamburger Publizistin und ZEIT-Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff (1909 – 2002). Die gebürtige Ostpreußin brachte bei ihrem ersten Besuch im damals noch für Ausländer gesperrten Kaliningrad 1989 eine zierliche Kant-Statuette als Gastgeschenk mit. Wieder zu Hause, rief sie die Leser der ZEIT auf, für ein großes Denkmal zu spenden. Innerhalb weniger Wochen kamen über 100 000 Mark zusammen – das Werk konnte in Auftrag gegeben werden. Der große Aufklärer steht übrigens auf dem originalen Sockel. Er überdauerte die sowjetische Zeit als Postament für ein Thälmann-Denkmal.

 

 Die Grünfläche vor der Universität, auf der sich heute in den Pausen die Studenten treffen, markiert den einstigen Königsberger Paradeplatz, der Mitte des 19. Jahrhunderst aus einem Exerzierfeld hervorging. Durch die Neubebauung dieses im Krieg zerstörten Areals erscheint das Quartier heute komplett verändert. So ahnt man nicht mehr, dass der Uni gegenüber einst die damals größte Buchhandlung Europas stand: das Verlagshaus „Gräfe & Unzer“. An der kurzen Straße vom Parkplatz am Kant-Denkmal in Richtung Schlossteich (heute Oberteich) residierte das Königsberger Stadttheater.

Börse

Die 1870 im Stil der Florentiner Renaissance erbaute Königsberger Börse blieb als eines der wenigen historischen Gebäude im alten Stadtzentrum erhalten. 2200 Eichenpfähle waren nötig, um das Fundament auf dem Moorboden am Südufer des Pregel zu gründen. in den 1980-er Jahren strich man die Fassade hellblau an, dieser Anblick ist inzwischen glücklicherweise wieder Geschichte: 2006 wurde der Bau originalgetreu restauriert. Vor dem einstigen, heute zum Nebeneingang degradierten Hauptportal wachen noch immer zwei Löwenskulpturen, die Königsberger nannten sie „Gebrüder Löwenstein“.

Die Börse dient heute als Veranstaltungszentrum, der Name „Kulturpalast der Seeleute“ stammt noch aus sowjetischer Zeit. Börse ist die Börse nur noch im übertragenen Sinn: Nachts lässt Kaliningrads Geldadel im Souterrain den Rubel rollen – im noblen Kasinorestaurant Monetnyj Dwor, zu Deutsch "Münzhof“. Dworez Kultury Morjakow, Leninskij Prospekt, an der Hochbrücke

Historischer Botanischer Garten

In den Winkel östlich der Sternwartenbastei verirren sich Touristen eher selten, dabei lohnt sich ein Besuch des historischen Königsberger Botanischen Gartens, den selbst viele Kaliningrader nicht kennen. Irgendwo blüht es hier zu fast jeder Jahreszeit in der 40 Hektar großen Anlage, hier gedeihen fast 900 Pflanzenarten vom Gingko bis zum irischen Wacholder. Es gibt Heilpflanzenbeete und einen Seerosenteich, in dessen Nähe auch der restaurierte Gedenkstein für den ersten Direktor des Gartens, Friedrich August Schweigger, aufgestellt wurde. Dasa 1809 gegründete Areal ist heute Sitz eines Kinderzentrums für Ökologie und Tourismus. Oblastnoj Detskij Eko-Zentr, ul. Botanitscheskaja 2

Haus der Räte

Am östlichen Rand des einstigen Königsberger Schlosses, aber schon nicht mehr auf dessen Grundriss, ragt die berühmteste Bauruine Kaliningrads aus der einplanierten Fläche: das dom sowjetow, als Konglomerat aus Parteizentrale und Rathaus geplant, doch am Ende nie bezogen. Angeblich sackte der 16-stöckige Koloss wegen statischer Mängel ab. Die einstige Bauleitung bestreitet das vehement, die Ingenieure machen die Krise der Gorbatschow-Ära für den Abbruch der Bauarbeiten verantwortlich.

Egal, ob nun Rache der Preußen oder Opfer der Perestrojka: Was aus dem „hässlichsten Gebäude Europas“ (Marion Dönhoff) werden soll, weiß so recht niemand. Derzeit ist es Gegenstand eines Gerichtsprozesses, die Gebietsregierung hat den Besitzer der Ruine, eine dubiose Moskauer Baufirma, vor den Kadi gezerrt und will den Kaufvertrag rückgängig  machen. Wie ein aktuelles Gutachten belegt, wurde das Rätehaus 2004 von der damaligen Gebietsverwaltung zum einem Preis verkauft, der 37mal unter dem offiziellen Wert der Immobilie lag. Pl. Zentralnaja

Botanischer Garten

Der heutige Botanische Garten (Botanitscheskij sad) Kaliningrads, 1958 auf dem 160 Hektar großen Terrain der alten Königsberger Stadtgärtnerei nördlich des Oberteichs gegründet, gehört seit 1968 zur Universität. Dort gedeihen Tausende wundervoller Pflanzen, darunter Raritäten wie die japanische Sternmagnolie. Für einen Rundgang sollte man zwei Stunden Zeit einplanen - es lohnt sich. Uliza Lesnaja 1, geöffnet von Mai bis Oktober.

 

Der eigentliche, historische Botanische Garten Königsbergs befindet sich eigentlich ganz nah am Stadtzentrum, dennoch verirren sich Touristen nur selten in den Winkel östlich der Sternwartenbastei. Dabei lohnt sich ein Besuch des alten Gartenparks, den selbst viele Kaliningrader nicht kennen. Irgendwo blüht es hier zu fast jeder Jahreszeit in der 40 Hektar großen Anlage, hier gedeihen fast 900 Pflanzenarten vom Gingko bis zum irischen Wacholder. Es gibt Heilpflanzenbeete und einen Seerosenteich, in dessen Nähe auch der restaurierte Gedenkstein für den ersten Direktor des Gartens, Friedrich August Schweigger, aufgestellt wurde. Dasa 1809 gegründete Areal ist heute Sitz eines Kinderzentrums für Ökologie und Tourismus. Oblastnoj Detskij Eko-Zentr, ul. Botanitscheskaja 2

Dramentheater und Schiller-Denkmal

Ein bisschen sieht das Kaliningrader Theater aus wie die kleine Schwester des berühmten Moskauer Bolschoj-Theaters. Was durchaus so beabsichtigt war: Die Säulen wurden beim Wiederaufbau des Kriegszerstörten Schauspielhauses 1960 künstlich vorgeblendet. Nicht nur die Fassade, auch seinen Namen hat das Theater in seiner Geschichte des Öfteren wechseln müssen. Gegründet 1912 als Luisentheater, hieß es nach einem kurzen Intermezzo als Komische Oper ab 1927 Neues Schauspielhaus. Die Kaliningrader nennen es Dramatitscheskij Teatr.

Zeitlos gültig blieben Friedrich Schillers Worte über dem Haupteingang: „Ewig jung ist nur die Phantasie“. Das Denkmal des Dichters steht gegenüber dem Theater, zwischen Blumenrabatten und schönen Springbrunnen, von einer Säulenarkade gesäumt. Krieg und Erstürmung überstand die 1910 von Stanislaus Cauer geschaffene Skulptur angeblich nur, weil jemand ihr ein Schild in Russisch umgehängt hatte: „Nicht schießen, das ist ein Dichter!“

 

Das Schillerdenkmal ist ein schöner Ausgangspunkt für Stadtspaziergänge, denn in diesem Teil Kaliningrads blieb so viel von der historischen Königsberger Architektur erhalten, dass man meint, in einer anderen Stadt zu sein. Zwischen Theater und dem Gebäude des Flottenstabes beginnt das alte Musikantenviertel (so genannt, weil die Straßen hier nach bedeutenden Komponisten hießen – und zum Teil noch immer heißen), ein schöner Stadtteil mit alten Bäumen und repräsentativen Bürgerhäusern. Der alten Hufenallee, heute Prospekt Mira, folgend kommt man in Richtung des Villenviertels Amalienau (etwa 1,5 km) am Baltika-Stadion, am Zoo, am Kosmonautendenkmal (drei sowjetische Kosmonauten stammen aus Kaliningrad, so der durch seinen Weltraumspaziergang bekannte Alexej Leonow) und an der Luisenkirche (heute Puppentheater) mit dem zentralen Stadtpark vorbei.

 

In Sichtweite von Theater und Schillerdenkmal liegt ein Gebäude, das in Kaliningrad jeder kennt: nicht unbedingt als ehemalige ostpreußische Oberfinanzdirektion, sonder als Sitz der Gebietsregierung, erkennbar an der großen russischen Trikolore. Manchmal gibt’s dort mächtig Sirenengeheul und viel Blaulicht. Dann rückt meist der Gouverneur zu einer seiner Dienstfahrten aus. In der Grünanlage vor der Gebietsregierung steht ein interessanter Entfernungs-Anzeiger. Hier kann man sehen, dass  Kaliningrad zwischen Ost und West liegt: Bis Moskau und bis in die EU-Hauptstadt Brüssel sind es jeweils rund 1400 Kilometer.

Haus des Künstlers

In einer alten Villa neben der Luisenkirche hat heute der Kaliningrader Künstlerverband sein Domizil. In Ausstellungen zeigen sie ihr Schaffen – von Avantgarde bis Kitsch. Kunst im „dom chudoschnika“ natürlich auch käuflich. Die Marmorskulptur „Nach dem Bade“ neben dem Eingang stammt von Stanislaus Cauer, dem Schöpfer des Schillerdenkmal. Prospekt Pobedy 3

Dom

Unbestritten das Wahrzeichen der Stadt und 2006 in die Liste der bedeutendsten Architekturdenkmale Russlands aufgenommen. Der mittelalterliche Dom symbolisiert wie kein anderes Bauwerk die Doppelbödigkeit Königsberg-Kaliningrads, für den Untergang ebenso stehend wie für Neuanfang. Als 1992 der Wiederaufbau der im britischen Bombenhagel im September 1944 verglühten Ruine begann, musste sich Donmbaumeister Igor Odinzow noch gegen viele Widerstände durchsetzen. Heute bewundern jährlich zehntausende Besucher die 101 Meter lange dreischiffige Hallenkirche im Baustil der norddeutschen Backsteingotik. Als ein kulturell-geschichtliches Zentrum und Museumskomplex beherbergt der Dom nun verschiedene Ausstellungen zu Themen von der Stadtgeschichte bis zum Leben Immanuel Kants. Gotteshaus ist der Dom nur noch in den beiden Sakristeien im Erdgeschoss des Doppelturms, die heute als Gebetskapellen der Russisch-Orthodoxen und der Evangelisch-Lutherischen Kirche dienen.

 

Die zweite Geburt des 1333 – 1380 auf der Insel Kneiphof als samländische Bischofskirche erbauten Doms gelang als großes russisch-deutsches Gemeinschaftswerk. Das neue Dach, eine leichte Konstruktion aus leichtem Kupferblech, wurde maßgeblich von der Hamburger Zeit-Stiftung finanziert. Der 58 Meter hohe Südturm erhielt seine markante Uhr zurück, eine in Fulda angefertigte Nachbildung der originalen Siemensuhr von 1922. Zu jeder vollen Stunde erklingt ihr Glockenschlag.

 

Höhepunkt und Krönung des Wiederaufbauprojekts ist die 2007 geweihte große Domorgel. Das von der renommierten brandenburgischen Firma Schuke erbaute Instrument, im Prospekt dem barocken Original von Josua Mosengel nachempfunden, gilt mit seinen 122 Registern als eine der größten Orgeln im Ostseeraum. Im Sommer gibt der junge Domorganist Artjom Chatschaturow zweimal wöchentlich ein Konzert: unbedingt hörenswert!