Kurische Nehrung

Die rechte Spalte

Mal sehen, wie der Text in der rechten Spalte so läuft, wichtig sind mir hierbei harmonische Abstände und ein gut lesbarer Textfluss.

Aus Sand gebaut

Wie eine überdimensionale Sichel, fast einhundert Kilometer lang und in der Breite zwischen 400 m und vier Kilometer messend, verläuft die berühmte Kurische Nehrung zwischen Selenogradsk im Süden und dem litauischen Klaipeda im Norden durch die Ostsee, dabei das Meer vom Haff trennend, einer riesigen Brackwasserlagune. Mit einer Fläche von 1600 Quadratkilometer ist das Kurische Haff immerhin fast dreimal so groß wie der Bodensee.

 

Berüchtigt und gefürchtet war ist die Kurische Nehrung bis in das 20. Jahrhundert hinein für ihre Wanderdünen, die höchsten Europas. Sie entstanden im Mittelalter nach der massiven Abholzung des Nehrungswaldes und begruben im Lauf der Zeit ein Dutzend Dörfer unter sich. Erst durch gezielte Aufforstung gelang es in einem jahrzehntelangen mühsamen Kampf, den Treibsand zu zähmen. Erst aus diesem Ringen wuchs die Faszination für diese eigentümliche Landschaft. Heute zählen die Dünenketten zu den Naturwundern dieser einzigartigen Küstenlandschaft, über die Wilhelm von Humboldt schwärmte, man müsse die Kurische Nehrung ebenso wie Italien oder Spanien gesehen haben, „wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll".

 

Die allgemeine Begeisterung für diese einsame Küstenwelt und das karge Leben der Fischer kam erst spät, im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, mit den Wissenschaftlern und zivilisationsmüden Künstlern, den ersten „Touristen". Noch Thomas Mann, der die Nehrung 1922 während eines Urlaubs in Rauschen für sich entdeckte und sich im Jahr darauf in Nidden ein Sommerhaus bauen ließ, schreibt in seinen Briefen fasziniert von der „unglaublichen Primitivität dieses Landschaft und ihrer Bewohner"…

Heute ist die Nehrung geteiltes Land. Die russisch-litauische Grenze verläuft in etwa dort, wo schon in der Ordenszeit die Komturei Memel und das Marschallsamt Königsberg und später die Landkreise Memel und Samland aneinandergrenzten. Als 1919 das Memelland von Ostpreußen abgetrennt wurde, übernahm man diese Grenze, und so blieb sie es auch nach 1945 zwischen Litauen und der sowjetischen Beuteprovinz Kaliningrad.

 

Immerhin: Beide Seiten der Nehrung stehen als Nationalpark unter strengem Schutz, und als ganzes steht die Nehrung seit 1998 auf der Liste des UNESCO-Weltnaturerbes.

 

Die Kilometerangaben der Einträge in dieser Rubrik sollen die Orientierung auf der Nehrung erleichtern. Der Nullpunkt ist die Kreuzung am Stadtrand von Selenogradsk, wo an der Lukoil-Tankstelle die Nehrungsstraße abzweigt.